Grillen 2.0 oder so

viel ambivalentere Gefühle als „Grillen“ löst kaum ein Wort bei mir aus

Sehr viel ambivalentere Gefühle als „Grillen“ löst kaum ein Wort bei mir aus. Die Welle aus Stereotypen mit einer Schaumkrone aus Testosteron würde mich ja geschmacklich mitreißen,… wenn da nicht Tina (meine Partnerin) wäre – ihres Zeichens überzeugte Veganerin. Sie lässt mir zwar meinen gemäßigten Fleischkonsum aus biologischer Herkunft durchgehen – aber bei der archaischen Verherrlichung großer Fleischstücke die über offenem Feuer medium-rare gegrillt werden, um danach mit minimalisierten Beilagen unter brummend-anerkennendem Nicken der teilnehmenden Meute verzehrt werden, hört sich für sie der Spaß auf.

Was also tun?

Die Hitze auf der Haut, der rauchige Duft, und nicht zuletzt das Gefühl, seine Familie oder Freunde zu ernähren, lassen zumindest mein Männerherz höher schlagen. Und hoppla, da kam soweit noch kein Gramm Fleisch vor?! Lohnt es sich, Grillen im Kontext des kosmopolitischen, experimentierfreudigen 21. Jahrhundert weiterzuentwickeln? Können wir uns aus der Einöde der Folienerdäpfel und Nürnberger Rostbratwürstel erheben und sich der Jagd- und Sammeltrieb auch um neuartige, exotische Hülsenfrüchte und Gemüsesorten drehen? Ein klares JA meinerseits, denn zum Beispiel Süßkartoffel, Maniok, Salatherzen, Artischocken, und Co. sind erst der Anfang einer Geschmacksexpedition, die abseits von Tofu (Soja) und Seitan (Weizen) neue fleischfreie Wege am Grill beschreitet. 

Werden das „neue“ Gemüse und kreative Zubereitungsarten, ein Steak gänzlich ersetzen? 

Nein – und das müssen sie auch nicht! Aber die so bereicherte Geschmackswelt, wird oft noch mehr begeistern, als die altbekannten Lungenbraten-Medaillons oder Käsekrainer – und das erweitert dann auch den einen oder anderen Horizont.
appetitliche Grüße,

Chris
by Chris
Trägt berufsbedingt immer eine Badehose unterm Anzug und bemüht sich um frischen Wind in Thermenresorts